Was sich aus dem Bestand ableiten lässt
Ein gezielt erstelltes Modell kann Flächen, Raumhöhen, Öffnungen und die Lage relevanter Bauteile strukturiert bereitstellen. Ob diese Informationen für eine energetische Berechnung verwendbar sind, hängt jedoch von Modellierungsregeln und dem vereinbarten Bezug ab. Eine vermietbare Fläche ist beispielsweise nicht automatisch die richtige Bezugsfläche einer Energieberechnung.
Definieren Sie deshalb mit den Energie-Fachpersonen vor dem Scan, welche Geometrie benötigt wird. Vereinbaren Sie den Umgang mit angrenzenden unbeheizten Bereichen, verdeckten Bauteilen und unzugänglichen Räumen.
Was der Scan nicht messen kann
U-Werte, verdeckte Dämmschichten und die tatsächliche Effizienz einer Anlage werden durch eine geometrische Aufnahme nicht nachgewiesen. Dafür sind unter anderem Bauunterlagen, Produktinformationen, Anlagenangaben oder zusätzliche Untersuchungen erforderlich. Verbrauchsdaten müssen über geeignete Zeiträume und mit nachvollziehbarer Zuordnung vorliegen.
Führen Sie unbekannte Eigenschaften als offen oder als dokumentierte Annahme. Gerade bei älteren Gebäuden ist eine Liste der Datenlücken wertvoller als ein scheinbar vollständiges Modell mit unbelegten Materialangaben.
Deutschland und Schweiz getrennt betrachten
Für ein deutsches Projekt ist die zum Beurteilungszeitpunkt geltende konsolidierte Gesetzesfassung massgeblich. Der hier verwendete Themenbegriff GEG ist kein Ersatz für diese Prüfung. Ein BIM-Modell allein ist weder ein Energieausweis noch ein gesetzlicher Nachweis; Berechnung, Berechtigung und Anwendbarkeit sind durch die zuständigen Fachpersonen zu klären.
Gesetze im Internet · konsolidierte Gesetzesfassung / consolidated legislation ↗
Von der Datensammlung zur Sanierungsvariante
Für Schweizer Gebäude sind die jeweiligen kantonalen Anforderungen zu berücksichtigen. Der GEAK ist ein landesweit verwendetes Bewertungs- und Beratungsinstrument. Deutsche Vorgaben lassen sich daher nicht unverändert auf einen Standort in Rotkreuz übertragen.
Stellen Sie für die Variantenplanung ein gemeinsames Datenpaket zusammen: geprüftes Bestandsmodell, Quellenverzeichnis, Anlagenunterlagen und offene Punkte. Vergleichen Sie Varianten mit denselben Grundlagen. Nach dem Umbau wird der tatsächlich ausgeführte Zustand mit den neuen Produkt- und Anlagennachweisen dokumentiert.
- Geometrische und energetische Bezugsflächen abstimmen.
- Bauteil- und Anlagenwerte mit ihrer Quelle übergeben.
- Annahmen vor der Berechnung freigeben lassen.
- Ergebnisse durch qualifizierte Fachpersonen prüfen lassen.
Swiss Federal Office of Energy · Cantons and municipalities ↗
Der nächste Schritt
GeoScan unterstützt die räumliche Datengrundlage. Energieberatung, energetische Berechnung und rechtliche Bewertung sind eigenständige Aufgaben, deren Schnittstellen im Projekt klar vereinbart werden sollten.
Von der Idee zur Anwendung
Quellen & weiterführende Informationen
- Gesetze im Internet · konsolidierte Gesetzesfassung / consolidated legislation
- Swiss Federal Office of Energy · Cantons and municipalities
Quellen geprüft am 23. Oktober 2026.